Laufen im Wald: 4 grossartige Gründe

Laufen im Wald: 4 großartige Vorteile und hilfreiche Tipps für dein Training!

Gehörst du auch zu den vielen Läufern, die ihre Runden meist nur in der Stadt und auf Asphalt drehen? Zugegeben, je nach Wohnort kann es echt schwierig sein, eine gute Laufstrecke in der Natur zu finden.

Wir wollen dir heute zeigen, warum es sich trotzdem lohnt, dein Lauftraining ab und zu auch mal in den Wald zu verlegen und was du dabei beachten musst. Denn dafür gibt es eine ganze Menge guter Gründe!

Im Wald zu Joggen stärkt deine Gesundheit

Dein Training im Wald duchzuführen bietet dir eine Menge gesundheitlicher Vorteile – sowohl für deine körperliche als psychische Gesundheit! Welche das sind und warum sie sowohl für dein Lauftraining als auch für dein allgemeines Wohlbefinden ein wahrer Booster sind, zeigen wir dir jetzt:

1. Waldlaufen baut Stress ab!

Wenn du selbst schon einmal im Wald joggen warst, kannst du das nachfolgende vermutlich bestätigen. Denn das Laufen in der Natur, insbesondere im Wald, hat nachgewiesener Weise eine stressreduzierende Wirkung.

Die natürliche Umgebung, das Grün der Bäume und die Stille des Waldes helfen, den Geist zu beruhigen und das Stresslevel zu senken.

Studien haben gezeigt, dass Zeit in der Natur die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Körper signifikant reduzieren kann. Zusammen mit moderater körperlicher Aktivität wie leichtem Laufen also ein absoluter Stresskiller!

Darüber hinaus konnten diese Studien zeigen, dass ein Aufenthalt im Freien Ängste reduzieren und das allgemeine Glücksempfinden steigern kann. Im Wald zu laufen ersetzt zwar bei ernsthaften Krankheiten wie einer Depression keinen Arzt, kann aber durchaus zu mehr Ausgeglichenheit verhelfen.

Das gilt insbesondere bei kleineren Stimmungstiefs oder einem stressigen Alltag. Und den haben wir doch alle mal, oder?

2. Die Luft im Wald ist einfach besser zum Laufen

Die Luftqualität im Wald ist oft deutlich besser als in städtischen Gebieten. Bäume und Pflanzen wirken als natürliche Luftfilter, die Schadstoffe absorbieren und Sauerstoff produzieren.

Eine Studie aus 2019, veröffentlicht im Journal „Environmental Pollution“, zeigte, dass schon 200 Meter innerhalb städtischer Wälder die Partikelverschmutzung bis zu 50 % niedriger ist, als direkt an der Straße. Wahnsinn, oder?

Bild einer fiktiven Lunge aus grünen Zweigen und Ästen

Für dein Lauftraining bedeutet das, dass dir das Laufen im Wald oder im Stadtpark die Einatmung wesentlich sauberer Luft ermöglicht. Und mehr Sauerstoff ist von großem Vorteil für die Lungenfunktion und dein Herz-Kreislauf-System. Nach ein paar Kilometern im Wald fühlst du dich wieder frisch und fit.

Außerdem kann Sport inmitten von Abgasen und Feinstaub sogar schädlich für Herz und Lunge sein, wie eine Londoner Studie vor einigen Jahren zeigte. Noch ein Grund mehr also, den heimischen Wald mal nach einer schönen Laufroute zu untersuchen.

3. Bäume spenden Schatten und schützen vor Hitze

Wälder bieten natürlichen Schutz vor Hitze. Das liegt vorrangig am Schatten der Bäume, aber auch an der Verdunstungskühlung, die durch die Transpiration der Pflanzen entsteht.

Und dieser Effekt ist nicht bloß ein Gefühl, sondern wissenschaftlich belegt. Wie die Naturwald Akademie auf Basis einer Untersuchung in städtischen und vorstädtischen Wäldern schreibt, kann die Durchschnittstemperatur im Wald um bis zu 4°C niedriger sein als in der umgebenden Stadt.

Besonders während der Sommermonate, wo die Gefahr von Hitzeschlägen und Dehydration beim Laufen in offenen, sonnigen Bereichen erhöht ist, ist das also ein absoluter Pluspunkt! Was es sonst noch zu beachten gibt, wenn du bei Hitze laufen möchtest, erfährst du in einem separaten Beitrag auf unserem Blog.

4. Koordination und Muskelkraft werden gefördert

Auf der Straße zu laufen erfordert, abgesehen vom Verkehr, wenig Konzentration und stellt auch deine Muskulatur vor keine allzu spannenden Aufgaben. Im Wald kann das ganz anders aussehen

Aufgrund des unebenen Terrains in manchen Waldgebieten und der natürlichen Hindernisse wie Wurzeln oder kleineren Baumstämmen, werden unterschiedliche Muskelgruppen angesprochen. Du musst mal springen, mal ausweichen und hast ohnehin auf Feld- oder Schotterwegen weniger Halt, sodass dein Körper gegensteuern muss.

Das fördert zudem die Koordination und bringt deinem Bewegungsapparat eine freudige Abwechslung.

Das richtige Schuhwerk für deinen Lauf im Wald

Wald ist nicht gleich Wald. Während manche Wälder und Stadtparks asphaltierte Wege bieten, bestehen andere nur aus ausgetretenen Feld- und Wiesenwegen mit unzähligen Wurzeln. Auch Schotterpisten sind oft Teil von Naturgebieten.

Für leichte Waldwege oder sogar asphaltierte Strecken kannst du einfach deine ganz normalen Laufschuhe nutzen. Und auch, wenn ein kurzer Teil deines Laufs auf etwas anspruchsvollerem Geläuf stattfindet, brauchst du nicht extra neue Schuhe zu kaufen.

Beine einer Läuferin auf Schotterweg mit Fokus auf Laufschuhe

Planst du allerdings in Zukunft häufiger in Waldgebieten mit unebenen und herausforderndem Terrain zu laufen, solltest du über die Anschaffung von Trail-Schuhen nachdenken. Diese bieten dir mehr Traktion und Stabilität und sind daher besser für matschige Wege oder Schotterstrecken geeignet. Übrigens: Die jeweils passenden Paare zu verwenden, steigert auch die Haltbarkeit deiner Laufschuhe deutlich!

Außerdem kannst du diese Schuhe im Herbst und Winter super nutzen, um damit mal bei Crossläufen teilzunehmen. Kennst du nicht? Na dann wird es aber höchste Zeit – denn für uns ist der Crosslauf das absolute Highlight der Off-Season!

Ist Laufen im Wald eigentlich anstrengender?

Vorweg: Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Für die wahrgenommene Anstrengung bei einem Lauf kommt es nämlich auf verschiedene Faktoren an.

Auf der einen Seite kann es dir durchaus anstrengender vorkommen, auf unebenen Grund zu laufen. Insbesondere dann, wenn du es nicht gewohnt bist. Auf Schotterwegen hast du schlechteren Halt auf dem Boden und musst mehr Kraft aufbringen, um vorwärts zu kommen.

Konzentration kostet Kraft

Außerdem musst du auf Waldwegen aufgrund der unebenen Bodenbeschaffenheit unter Umständen aufmerksamer sein, als auf der Straße. Das gilt zumindest für diejenigen, die in kleineren Dörfern oder Städten wohnen und auf ihrer Laufrunde nicht ständig Gefahr laufen, von Autos angefahren zu werden. Und Aufmerksamkeit erfordert geistige Anstrengung und führt somit zu schnellerer Ermüdung.

Auf der anderen Seite schützen dich die Bäume im Wald vor intensiver Sonneneinstrahlung und Hitze, was die empfundene Anstrengung wiederum schmälert. Gerade an heißen Sommertagen kann das einen großen Unterschied machen.

Deine Laufrunden im Wald zu drehen ist also nicht per se anstrengender oder einfacher als auf Asphalt. Tendenziell überwiegen die positiven Aspekte unserer Meinung nach aber, sodass wir einen Lauf im Wald als angenehmer und einfacher empfinden als im Stadtverkehr.

Asphalt oder Waldboden: Was ist besser für uns Läufer?

Dass das Laufen im Wald zahlreiche gesundheitliche Vorteile hat, haben wir nun deutlich gesehen. Doch wie sieht es mit dem Boden aus? Ist der Waldboden besser für unsere Gesundheit oder hat die gute, alte Laufrunde auf der Straße doch die Nase vorn?

Ganz allgemein lässt sich das nicht beantworten. Neben der guten Luft in der Natur ist ein weicher Waldboden auch gelenkschonender. Das kann insbesondere für etwas schwerere Läufer oder Sportler mit Gelenkproblemen von Vorteil sein.

Der Boden gibt mehr nach und die Stoßbewegungen des Laufs werden mehr abgefedert. Das kann schleichenden Verletzungen durch Überlastung vorbeugen.

Mann läuft bei Sonnenschein im Wald

Auf der anderen Seite ist die Gefahr für akute Verletzungen bei unebenem Gelände wesentlich höher als auf Asphalt. Im Wald finden sich oft versteckte Wurzeln oder Steine auf den Wegen, über die du schnell mal stolpern oder umknicken kannst. Es ist also in jedem Fall eine höhere Konzentration gefordert, sofern du auf Waldboden unterwegs bist.

Und eines ist auch klar: Wer Wettkämpfe auf der Straße läuft, sollte seinen Bewegungsapparat auch an den entsprechenden Belag gewöhnen. Du solltest keineswegs monatelang auf Waldboden trainieren und plötzlich 10 Kilometer oder mehr auf der Straße Vollgas geben.

Das könnte deinen Körper schnell überfordern. Sorge stattdessen für wechselnde Untergründe in den verschiedenen Trainingseinheiten. So kannst du das Beste aus allen Welten kombinieren!

Wildschweine, Wolf & Co.: Ist es gefährlich, im Wald zu joggen?

“Im Wald zu laufen ist doch total gefährlich, schließlich kann ich da jeder Menge wilden Tieren begegnen!” Könnte diese Aussage von dir stammen? Dann können wir dich beruhigen. Die meisten Leute fürchten sich wahrscheinlich am ehesten vor Wildschweinen und Wölfen im Wald. Doch dazu gibt es wenig Grund, wenn du ein paar einfache Dinge beachtest:

Wildschweine sind sehr scheue Tiere, die bei Kontakt mit Menschen eher flüchten, als anzugreifen. Wie bei allen Wildtieren kann es aber dann gefährlich werden, wenn Jungtiere im Spiel sind. Das ist bei Wildschweinen etwa von Februar – Mai der Fall.

Ähnlich sieht es beim Wolf aus. Dieser ist außerdem wesentlich seltener als ein Wildschwein. Und auch sie sind sehr scheu. Laut dem BMUV wird ein Wolf für den Menschen höchstens dann gefährlich, wenn er durch Menschen bereits angefüttert wurde und dadurch seine Grundscheu verliert. 

Aber keine Sorge: Angriffe auf Menschen sind quasi nicht vorgekommen in den letzten Jahrzehnten. Und wenn, dann handelte es sich um Tierhalter, die versuchten, Wölfe zu verjagen. Dass du also bei deiner Laufrunde vom Wolf angegriffen wirst, ist wohl eher eine unbegründete Angst.

Informiere dich in dieser Zeit also am Besten bei der Stadt oder dem zuständigen Forstamt, ob es Tiere im Wald gibt bzw. wo sie sich aufhalten. In dieser Zeit solltest du das Gebiet dann meiden oder mit erhöhter Vorsicht unterwegs sein.

Wann du besser nicht im Wald joggen solltest

Es gibt bestimmte Bedingungen, bei denen du deine Laufrunde besser nicht im Wald planen solltest. “Ach, ich lasse mich doch von etwas schlechtem Wetter nicht aufhalten!” Vielleicht denkst du das gerade. Grundsätzlich eine gute Einstellung. Doch es gibt ein paar gute Gründe, zumindest nicht im Wald laufen zu gehen:

Vorsicht bei Gewitter

Dass du bei Gewitter nicht unter lauter Bäumen im Wald laufen solltest, versteht sich eigentlich von selbst. Das Blitzschlagrisiko ist viel zu hoch. Die Bäume können Blitze anziehen und so extrem gefährlich für dich werden.

Entweder durch einen eingeschlagenen Blitz in deiner Nähe, oder durch indirekte Gefahren wie herumfliegende Äste oder umstürzende Bäume. Leider gab es diesbezüglich immer mal wieder Unfälle.

Bei Sturm bitte nicht im Wald laufen

Auch bei aufkommendem, akuten oder kürzlich abgezogenem Sturm gilt: Laufe lieber nicht im Wald! Das hat mehrere Gründe:

Bäume und Äste können umstürzen bzw. herunterfallen. Durch den starken Wind können einzelne Äste oder ganze Bäume instabil werden und durch kleinste, weitere Erschütterungen auf den Weg fallen.

Das kann im Ernstfall fatale Folgen haben, wenn du gerade dort läufst. Das gilt übrigens auch für Läufe nah an Gebäuden, denn auch hier können Dachziegel herunterfallen.

Umgefallener Baum liegt auf einer Straße am Feld

Darüber hinaus können Stürme die Wege im Wald mit umgestürzten Bäumen oder anderen Trümmern blockieren. Das behindert nicht nur den Laufweg, sondern kann auch gefährlich sein, da die Sturzgefahr steigt und du dich an den Trümmerteilen verletzen kannst.

Und zuletzt haben die Rettungsdienste bei Sturm sowieso schon genug zu tun. Sorge du daher nicht durch einen unachtsamen Lauf noch dafür, dass die Arbeit unnötig erschwert wird.

Vorbereitung ist alles

Checke daher bei unklaren Wetterverhältnissen vor deinem Lauf den Wetterbericht. Sollte Gewitter oder Sturm vorhergesagt werden, verschiebe den Lauf am Besten. Ein paar Stunden früher oder später kann es draußen schon ganz anders aussehen. 

Und solltest du doch einmal während des Laufs im Wald in ein Unwetter geraten, verlasse den Wald bitte unverzüglich und gehe kein unnötiges Risiko ein. 

Fazit: Nutze den Wald für dein Lauftraining!

Du siehst also: Im Wald deine Runden zu drehen hat jede Menge Vorteile und wird dir richtig gut tun! Und mit der richtigen Vorbereitung in Sachen Kleidung, Wetter und ggf. Wildtieren steht deinem Laufvergnügen im Wald auch nichts mehr im Wege.

Du sollst deshalb jetzt nicht jede Trainingseinheit ins Grüne verlegen – wobei der Stadtpark immer der Hauptstraße vorzuziehen wäre. Versuche doch stattdessen, ab und zu dein Training im Wald zu planen und genieße ganz bewusst die Natur um dich herum. Nur du, deine Laufschuhe und das Zwitschern der Vögel – herrlich, oder?

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