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Trendsport Plogging – gut für Figur und Umwelt!

Hast du schon mal von „Plogging“ gehört? Wir haben am Wochenende bei der Plogging-Challenge unserer Laufsportabteilung mitgemacht. Das Ganze wurde von den Entsorgungsbetrieben der Stadt Bocholt organisiert und hat richtig Spaß gemacht! Doch worum geht es beim Ploggen eigentlich?

Das Wort setzt sich zusammen aus dem schwedischen Wort „plocka“ (aufsammeln, pflücken) und „jogging“. Beim Plogging läufst du deine ganz normale Laufrunde und sammelst dabei Müll von den Straßen auf.

Zugemüllte Straßen als Auslöser

Zurück geht das Ganze auf den Schweden Erik Ahlström. Er hat 2016 das erste größere Plogging-Event ins Leben gerufen und somit einen neuen Trend geschaffen. 

Die Idee ist entstanden, weil Ahlström nach seinem Umzug ins schwedische Stockholm so schockiert von dem achtlos weggeworfenen Müll auf den Straßen war, dass er beschloss, selbst aktiv zu werden.

Wenn du auch öfter laufen oder spazieren gehst oder draußen eine Runde mit dem Rad drehst, wirst du das vielleicht kennen. Überall liegt Abfall herum, teilweise nur wenige Meter von einem Mülleimer entfernt. Oder ist es dir bisher nicht so aufgefallen? So ging es uns nämlich.

Echt traurig, aber mit einer Runde Plogging können wir dem entgegenwirken. Und dabei neben der Umwelt auch unserer Figur etwas Gutes tun.

Welche Ausrüstung benötige ich für's Plogging?

Das tolle ist: Du brauchst nahezu keine Ausrüstung. Schnapp dir einen Müllsack und ein paar alte Handschuhe und es kann losgehen. Achte darauf, dass die Handschuhe schnittfest sind, damit du dich nicht an Scherben oder spitzen Gegenständen verletzt. 

Wir hatten das Glück, unsere Ausrüstung von unserem lieben Laufkollegen Michael direkt nach Haus gebracht bekommen zu haben.

Michael hat übrigens auch einen Laufblog, in dem er immer wieder interessante Einblicke in die Welt des Laufsports teilt und von seinen vielfältigen Erfahrungen berichtet. Stattet ihm doch mal einen Besuch ab 😉

Wenn du dich übrigens nicht so gut bücken kannst, kannst du alternativ auch noch eine Greifzange mitnehmen. Ansonsten hast du nochmal einen zusätzlichen Trainingseffekt durch das Bücken. Quasi Kniebeugen to go!

Auf die Plätze, fertig, Umwelt schützen!

Plogging Guido sammelt Müll auf
Guido war ganz fleißig unterwegs und hatte auch sichtlich Spaß!

Die Sonne scheint (wir hatten Glück – es war bestes Lauf- und Ploggingwetter), die Handschuhe sitzen und der Müllsack wartet auf seinen Einsatz. Los geht’s!

Wir hatten uns vorgenommen, eine entspannte kleine Runde durch Lowick zu laufen (das ist der Ortsteil, in dem unser Laufverein liegt). Dadurch, dass die Aktion bereits am Freitag gestartet ist und wir am Sonntag unterwegs waren, hatten wir gar nicht mehr mit so viel Müll gerechnet.

„So viel Müll wird schon nicht rumliegen.“

So viel Müll wird da schon nicht rumliegen, dachten wir. Ist uns ja sonst auch noch nie aufgefallen, dass es besonders dreckig ist. Tja, Pustekuchen. 

So richtig viel mit durchlaufen war in der Runde nicht, da überall Abfall rumlag. Und einfach dran vorbeilaufen konnten wir dann auch nicht. Irgendwie ist uns auf einmal alles ins Auge gestochen.

Zugegeben, manchmal mussten wir ganz schön aufpassen, dass wir nicht die Passanten umlaufen, so fixiert waren wir auf den Boden. Nimm‘ den Kopf lieber ab und zu mal nach oben. Ist auch besser für den Nacken 😉

Die Leute werfen wirklich alles weg

Was wir alles gefunden haben, ist erschreckend und traurig zugleich. Wir dachten wirklich, es würde gar nicht so viel Müll auf unseren Straßen herumliegen. Da haben wir uns wohl massiv getäuscht.

Es gibt scheinbar nichts, was die Leute nicht achtlos in die Natur schmeißen. Eine kurze Auflistung von all dem, was wir so gefunden haben:

  • Glasflaschen aller Art (oftmals offenbar von nächtlichen Partys)
  • Getränkedosen 
  • Verpackungsmüll einer bekannten Fast-Food-Kette
  • Schuhe (!) 
  • Zigarettenstummel und -verpackungen
  • Einwegmasken 
  • Einwegdeckel und dazugehörige To-Go-Becher
  • diverser weiterer Plastik- und Restmüll
Dazu fehlen uns wirklich die Worte und die Ausbeute hat uns wirklich schockiert. Wieso wirft man all diese Dinge einfach achtlos an den Wegesrand?

Das Wichtigste zum Schluss: Müll trennen und fachgerecht entsorgen!

Nach dem fleißigen Sammeln muss der ganze Müll natürlich auch irgendwo und irgendwie entsorgt werden. Die ganze Aktion wäre natürlich relativ sinnfrei, wenn wir unseren prall gefüllten Müllsack jetzt einfach in die Restmülltonne stopfen und uns für unseren Einsatz feiern.

Stattdessen haben wir am Ende die gesamte Ausbeute unserer Tour bei uns Zuhause sortiert und in die entsprechenden Tonnen umgefüllt. Besonders praktisch: die Mülltüte kann dann auch erneut verwendet werden und muss nicht sofort weggeworfen werden.

Falls du Batterien oder ähnlichen Sondermüll aufgesammelt hast, solltest du natürlich noch an deinem örtlichen Wertstoffhof vorbeischauen und den Müll fachgerecht entsorgen lassen.

Fazit unserer ersten Plogging-Aktion:

Mit wenig Aufwand und in Verbindung mit einer schönen Laufrunde können wir ganz einfach was für die Umwelt und unsere Mitmenschen tun. Achja, die Hüften freuen sich auch über die zusätzliche Bewegung! Handschuhe an, Müllsack rausgeholt und schon kann es losgehen.

Und das Beste ist: jede(r) kann mitmachen! 

Völlig egal, wie weit oder schnell man läuft. Wir finden das Ganze sehr gelungen und werden bestimmt nochmal öfter die Straßen Bocholts von achtlos weggeworfenem Müll befreien.

Was uns allerdings nachdenklich gestimmt hat, ist die Menge an Müll, die wir in so kurzer Zeit gefunden haben. Das trübt unser Fazit etwas.

Nichtsdestotrotz sind wir beim nächsten Mal wieder gerne dabei und hoffen einfach, dass wir dann gar nicht mehr so viel finden und die Leute bis dahin die wundersame Erfindung der Mülleimer für sich entdeckt haben.

Wie sieht es bei dir aus? Hast du das Ploggen auch schon für dich entdeckt? Teile deine Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Christian Schmidt

    Spitzen Aktion auf die ich leider erst gestern aufmerksam geworden bin. Was haltet ihr davon eure Plogging Trainingseinheit im Monat Mai auszuweiten. Ich würde gerne ganz Bocholt dazu aufrufen wollen im Monat Mai Km und Gewicht zu zählen und Ende Mai Fazit zu ziehen. So schärfen wir das Bewusstsein bei aller Bürger. Schon bald gibt es bei Facebook, Instagram und eventuell in den Bocholter Zeitungen dazu einen Aufruf von uns. Helft doch nochmal, denn gemeinsam bekommen wir viele Kilometer und jede Menge Müll zusammen. Schließlich fällt der Bocholter Citylauf aus.

    Gruß
    Christian Schmidt und Jan-Hendrik Ingfeld

    1. Hey ihr Beiden,

      Klar, da sind wir doch gerne dabei! Wir werden wahrscheinlich auch noch genug Müll finden – leider…
      Aber dann werden wir bei Instagram mal die Augen offen halten und die Müllsäcke schonmal rauslegen 🙂

      Liebe Grüße zum Westend,

      Guido & Jenny

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